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Das
Departement Pyrénées-Orientales
im Süden von Frankreich liegt in der Region Languedoc-Roussillon.
Der Hauptort ist Perpignan, weitere grössere Ortschaften sind Céret
und Prades.
Die
Pyrenees-Orientales ist eine vielseitige Region im Roussillon,
im Osten das Mittelmeer,
im Süden die
Pyrenäen und die Grenze zu Spanien.
Mittelmeer
trifft die Pyrenäen: Schroff
fallen Dreitausender bei Banyuls-sur-mer nördlich von Cérbere ins Mittelmeer ab. Hier
ist die Bahnstation kühn in den Felsen gemeißelt, wo
die Eisenbahnwaggons auf ein anderes Fahrgestell gesetzt werden,
weil Spanien und der Rest Europas verschiedene Spurweiten haben.
Hoch über dem natürlichen Halbrund des dörflichen
Hafens überrascht so ein Großbahnhof.
In
atemberaubender Serpentinenfahrt direkt hoch über dem
Meer mit immer neuen grandiosen Perspektiven – man
kann natürlich auch die Autoroute du sud wählen - fährt
man in die Hauptstadt des Roussillon, nach Perpignan. Bis zum Pyrenäenvertrag
von 1659 war das noch eine spanische Stadt, was man der Bausubstanz
auch heute noch ansieht:
Nicht
weit von Perpignan finden wir Rivesaltes, das Zentrum der Produktion
des schweren
Dessert-
oder Aperitivweins
Muscat. Und ganz in der Nähe grüßt Salse-le-chateau,
eine vollständig erhaltene ehemals spanische Grenzfestung,
die gerne als Filmkulisse genommen wird, zuletzt bei der Neuverfilmung
von „Der Graf von Monte-Christo“ mit Gerard Depardieu
und Ornella Muti.
Südlich von Le Boulou führt die D900 in Richtung des Nachbarortes
Maureillas-las-Illas. Auf halbem Wege, in Sichtweite der grossen
Autobahnbrücke, zweigt rechts eine kleine Nebenstrecke ab. Sie führt in das
Vallée de la Rome zu St. Martin de Fenollar, einer schlicht erscheinenden
einschiffigen Kapelle mit Chor. Das Tonnengewölbe dieser durchaus
sehenswerten Kapelle ersetzte im 12. Jahrhundert die zuvor flache
Holzbalkendecke, der Grundriss des Hauptgebäudes ist bereits aus
vorromanischer Zeit.
Von aussen erscheint der Bau auf den ersten Blick abschreckend, und als
Besucher fragt man sich unwillkürlich, warum um Himmels Willen man sich hier
her verirrt haben sollte. Doch nicht etwa um ein paar geschichtete
Natursteinbrocken nebst einem halbverputzten Wohntrakt zu besichtigen,
dessen Erscheinungsbild im sozialen Wohnungsbau keine Chancen hätte.
Auf den zweiten Blick entdeckt man dann aber eine bescheiden wirkende
Touris-Info, die sich unter einem Rundbogen zurückgesetzt verbirgt.
Freundlich und sachkundig gibt es für kleines Geld eine Führung ins Innere
der chapelle de Saint-Martin-de-Fenollar, wo die im Chor erhaltenen Fresken
aus dem 12. Jh das Mysterium der Menschwerdung Gottes und Szenen aus der Offenbarung des Johannes darstellen. (Apokalypse)
Ferner zeigen die Fresken die Verkündigung, die Geburt Christi, die Anbetung
durch die heiligen drei Könige und deren Rückkehr in ihr Heimatland.
Im Gewölbe des Chors sieht man das besonders im Mittelalter beliebte Thema
der Majestas Domini (Herrlichkeit Gottes), Christus auf dem Thron in einer
Mandorla (einer Gloriole oder Aura rund um eine ganze Figur) , umgeben von
den vier Engeln, die jeweils ein Buch tragen. ( als Symbol der Evangelisten )